Louvre – Couture

Vom 24. Januar bis 21. Juli 2025 präsentiert das Musée du Louvre in Paris erstmals eine umfassende Modeausstellung mit dem Titel „LOUVRE COUTURE – Objets d’art, objets de mode“. Diese erstmalige Ausstellung beleuchtet die enge Verbindung zwischen Mode und Kunstgeschichte und stellt legendäre Kreationen der Haute Couture in einen Dialog mit den historischen Sammlungen des Museums.

Die Ausstellung vereint rund 100 Silhouetten und Accessoires, die von den 1960er-Jahren bis 2025 reichen, darunter Kreationen von Cristóbal Balenciaga, Karl Lagerfeld, Yohji Yamamoto und Iris van Herpen. Diese werden in den Sammlungen des Louvre auf einer Fläche von 9.000 Quadratmetern präsentiert und treten in einen poetischen Dialog mit Kunstwerken aus der byzantinischen Epoche, der Renaissance, dem Grand Siècle und dem Zweiten Kaiserreich. Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung zwischen Mode und den dekorativen Künsten: Von vergoldeten Möbeln über reich verzierte Tapisserien bis hin zu fein gearbeiteten Rüstungen spiegeln sich historische Motive in den Couture-Stücken wider. Die Ausstellung zeigt, wie sich Designer*innen von den Sammlungen des Louvre inspirieren ließen – sei es durch Ornamente, Texturen oder Farbpaletten. Diese innovative Inszenierung ermöglicht einen einzigartigen Dialog zwischen Mode und Kunst und veranschaulicht die gegenseitige Inspiration und den wechselseitigen Einfluss.

Expo LOUVRE COUTURE Givenchy © Musée du Louvre - Nicolas Bousser

VERBINDUNG VON KUNSTGESCHICHTE UND MODE

Ein besonderes Augenmerk gilt der Pariser Modepionierin und Kunstsammlerin Marie-Louise Carven. Sie vermachte dem Louvre 1973 rund 100 französische Kunstwerke aus dem 18. Ihre Leidenschaft für Kunst und Mode wird in der Ausstellung gewürdigt, indem einige dieser Werke in die Präsentation integriert werden.

Die Ausstellung wird von der renommierten Szenografin Nathalie Crinière gestaltet, die für ihre Arbeiten in der Galerie Dior und den Schiaparelli-Sälen des Musée des Arts Décoratifs bekannt ist. Ihr innovativer und immersiver Ansatz macht das Zusammenspiel von Mode und Kunst auf eindrucksvolle Weise erlebbar. „Mode ist noch interessanter, wenn sie in Verbindung mit anderen Bereichen präsentiert wird“, betont Olivier Gabet, Direktor der Abteilung für Kunstobjekte. Die Ausstellung verdeutlicht, dass Mode nicht nur saisonalen Trends folgt, sondern auch tief in künstlerischen Traditionen verwurzelt ist. Sie zeigt auf, wie Designer und Designerinnen historische Referenzen in ihre Werke einfließen lassen – von der Stickerei eines barocken Möbelstücks bis zum Schnitt einer antiken Robe. Die Ausstellung verdeutlicht, wie Mode und Kunst sich über Jahrhunderte gegenseitig inspiriert haben und wird so zum Schauplatz eines einzigartigen Dialogs zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Die Verbindungen zwischen Kunstgeschichte und Mode sind vielfältig. Häufig handelt es sich um gemeinsame Methoden und Fertigkeiten: die Beherrschung der ältesten Techniken, eine gemeinsame visuelle Kultur, ein subtiler Umgang mit Referenzen – vom Museumskatalog bis zum Moodboard der Mode, das alle Inspirationen heraufbeschwört. Hier wird die Schmuckkunst einer Pyxis zur Jacke, die Rüstung zum Kleid, das Muster eines Boulle-Möbels oder einer Kommode zur Stickerei eines Kostüms, die Poesie einer Epoche nimmt Gestalt an. Diese Ausstellung, die wie ein Spiegel im Museum präsentiert wird, lädt dazu ein, die Kunstwerke aus der oft feinsinnigen und oft überraschenden Perspektive der zeitgenössischen Designer zu betrachten.

Der Rundgang gliedert sich in mehrere chronologische Hauptthemen, denen der Besucher folgen kann. Von Byzanz bis zum Mittelalter spiegeln sich die kostbarsten Werke aus Gold, Elfenbein oder Edelsteinen in den Silhouetten, die majestätisch auf Spiegelpodesten präsentiert werden. In den Sälen der Renaissance sind in derselben Inszenierung Werke anderer Art zu bewundern: reich emaillierte Keramiken, fein verzierte Rüstungen und Wandteppiche, die durch ihre Formate und Farben beeindrucken. Die Säle des Conseil d’État zeugen von der anhaltenden Bedeutung der Produktionen des Grand Siècle, während in den Sälen des 18. Jahrhunderts Kleider, Ensembles und Accessoires in die Atmosphäre eintauchen, in der sie entstanden sind. Der letzte Teil der Ausstellung ist der Opulenz des 19. Jahrhunderts gewidmet und bietet insbesondere in den Sälen Napoleons III. ein wahres „Finale“, das die Pracht und den Glanz seiner Dekorationen durch Silhouetten mit üppigen Formen und Farben widerspiegelt.

Sie bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Schnittstellen zwischen Mode und Kunstgeschichte zu erkunden und die reiche Geschichte der Mode im Kontext der Kunst zu erleben. Mit dieser Schau beweist der Louvre einmal mehr seine Fähigkeit, Tradition mit Innovation zu verbinden und neue Perspektiven auf Kunst zu eröffnen.

Titelbild: Expo LOUVRE COUTURE Dior © Musée du Louvre – Nicolas Bousser

Praktische Informationen

Couture, Musée du Louvre, Paris

24. Januar bis 21. Juli 2025
Öffnungszeiten: Täglich außer dienstags, 9.00 bis 18.00 Uhr
Eintritt: Im regulären Museumseintritt inbegriffen

 www.louvre.fr

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